Gruebelix

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Artikel 21 - 24

Über das Weltgeschehen

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Hungersnöte, Elend, Krieg und Katastrophen.
Menschlichkeit, Menschenwürde und Menschenrecht
werden geopfert auf dem Schlachtfeld.

Seien Sie dabei!
Auf dem Jahrmarkt der Katastrophen.
Fliegen Sie mit uns.
Erster Klasse.

Wie wär's mit Afrika?
Wir bieten alles, was das Herz begehrt:
Hunger, Elend, Krieg und Katastrophen.

Oder Asien?
Überschwemmungen und Erdbeben.
Hunger, Elend und Krieg.

Mittel- und Südamerika?
Nehmen Sie teil am Bürgerkrieg!
Live und hautnah.
Hunger und Elend inclusive.

Europa?
Die aktuellsten Sonderangebote!
Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an.
Wir sind immer für Sie da.
Rund um die Uhr.


Und Sie?
Sie können sich keine dieser Reisen leisten?
Aber das macht doch nichts!
Fragen Sie nach bei Ihrer Fernsehanstalt.
Die haben bestimmt was für Sie.
Wie wär's mit Reality-TV?
Oder: die spektakulärsten Szenen auf Video?

 

Über die Werbung

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Kennen Sie das Waschmittel,
das so weiß wäscht,
wie's weißer nicht geht?

Grübelix hat's ausprobiert und war erleichtert:
seine Hemden haben die Attacke überstanden
und sind genauso bunt aus der Waschmaschine
gekommen, wie er sie hineingetan hat.

Böse ist Grübelix auf die Klinge,
die angeblich so sanft sein sollte:
die Rasur war ein Schlachtfest.

Aber das war ja schon immer so.
Und ähnlich sieht's aus mit all den anderen Artikeln,
die da angepriesen werden.

Grübelix hat nichts gegen Werbung:
sie kann eine willkommene Gelegenheit sein,
um Bier zu holen oder einem dringenden Bedürfnis nachzukommen.

Nur: für wie dumm halten die uns eigentlich?
Gestern brauchten Sie noch zwei Waschmittel,
heute nur noch eines.
Morgen werden Sie wieder zwei brauchen
und übermorgen wieder eines.
Das Gleiche gilt für Zahncreme,
Haarwaschmittel und anderes.
Geradezu erstaunlich.

Grübelix fühlt sich verarscht.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 14. Oktober 2011 um 19:45 Uhr
 

Über das Wie und Warum

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Grübelix sieht sich tagtäglich in der Situation,
anderen Menschen etwas erklären zu müssen.
Das bringt sein Job so mit sich.

Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich.
Vor Grübelix nicht.
Aber Grübelix ist ja auch nicht das Gesetz.

Grübelix mag es nun mal,
wenn man ihn auf Anhieb versteht.
Spätestens nach der dritten Wiederholung
sollte der Groschen gefallen sein.
Wenn nicht, zeigt Grübelix
erste Ermüdungserscheinungen.
Und er fragt sich: denkt der immer so langsam?
Denkt der überhaupt etwas?
Was denkt der sich eigentlich?

Grübelix macht seine Sache nicht zum ersten Mal.
Er bildet sich ein, daß jeder,
wirklich jeder ihn verstehen kann.
Wenn man ihn verstehen will.
Aber das will nicht jeder.

Einen Satz liebt Grübelix besonders:
da hab' ich meine Schwierigkeiten.
Grübelix dreht sich der Magen.
Da kann man doch was gegen tun!

Was ich hab', das hab' ich.
Das laß' ich mir nicht nehmen.
Da hab' ich meine Schwierigkeiten.


Lieber Gott hab' acht,
daß niemand einen Kratzer d'ran macht.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 24. Oktober 2011 um 16:47 Uhr
 

Über die Zeit

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Es gibt Tage, da kann Grübelix
nichts anfangen mit sich und der Welt.
Da sitzt er am Fenster, sinniert über dies und das
und läßt den lieben Gott einen guten Mann sein.

Dabei gäbe es so vieles, was zu erledigen wäre.
Grübelix sagt sich: was du heute kannst besorgen,
hat auch Zeit bis morgen.

Es kommt selten vor, daß Grübelix in Eile ist,
und er wundert sich über die
vielen streßgeplagten Menschen.
Grübelix steht offenbar allein auf weiter Flur:
er hat Zeit, die anderen nicht.

Grübelix schlägt vor, daß überall, egal wo,
sei es auf Straßen, Parks, Feld, Wald, Berg und Tal
im Abstand von hundert Metern
Uhren aufgestellt werden.

Alle fünf Minuten sollte es läuten
und zu jeder halben Stunde die Sirenen heulen.
So würde ständig an die Zeit erinnert.

Zeit gibt es, so viel man will,
doch hat ein Jeder nur so viel,
wie er sich nimmt.
Wen wundert's, daß die Zeit verrinnt,
wenn man zu wenig davon nimmt.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 24. Oktober 2011 um 16:48 Uhr