Es ist lange her,
daß Grübelix seine Verwandten das letzte Mal sah.
Die Winter waren noch richtige Winter
und die Sommer endlos lang.
Zu Ostern und Pfingsten fielen die Verwandten
wie Heuschrecken über die heimischen Gefilde her.
Der Mittagsbraten machte Grübelix noch munter,
bei den Torten konnte er sich
ein Gähnen nicht verkneifen.
Mach den Mund zu, es zieht.
Immer gab es etwas, was Grübelix wurmte:
Schwesterchens Tritt gegen sein Bein.
Brüderchens Attacke auf sein Spielzeug.
Wollte Grübelix sich regen, gab's eins drauf.
Ärgerlich war auch der Spaziergang
nach dem Mittagessen.
Im Schneckentempo ging's durch die Natur.
Grübelix mißmutig hinterher.
Immer das Gleiche: Braten, Spaziergang, Torten.
Und der ewige Ärger mit den Geschwistern.
Abends wurde es interessanter:
da kamen die Getränke auf den Tisch.
Und in feuchtfröhlicher Runde stellte Grübelix fest,
daß Verwandte auch nur Menschen sind.
Als Grübelix konfirmiert wurde, änderte sich alles:
die Sippschaft war stellenweise knauserig,
aber für ein Fahrrad hat's dann doch gereicht,
und wenn später Verwandte kamen,
waren Fahrrad und Grübelix fort.
Über den Sinn und Zweck
von Verwandtenbesuchen kann man streiten.
Schaden an Leib oder Seele
hat Grübelix aber nicht genommen.