Gruebelix

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Artikel 01 - 04

Dies und das

E-Mail Drucken PDF

Dicke Luft im Büro, ein nörgelnder Chef.
Das Telefon steht auch nicht still.

Feierabend. Jetzt aber ab nach Hause.
Moment: den Einkaufszettel hervorgekramt
und schnell noch im Supermarkt vorbeigehuscht,
wie die Gattin zu sagen pflegt.
Von wegen vorbeigehuscht!

Zu Hause angekommen auf dem Tisch ein Zettel:
bin gleich zurück.
Das kann ja dauern.

Die Kinder quengeln,
der Kanarienvogel hat wieder mal nichts zu fressen,
die Waschmaschine gurgelt.
Wie lange muß die eigentlich laufen?

Endlich kommt die Gattin.
"Nun leg' doch mal die Zeitung weg!"

Am Sonntag geht's zu den Schwiegereltern.
Tante Frieda ist wieder mal krank.
Am Auto ist auch etwas nicht in Ordnung.

Also Ärmel hoch und nachgeschaut.
Handwerker hätte man werden sollen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 12. Oktober 2011 um 16:07 Uhr
 

Über die Ellenbogenfreiheit

E-Mail Drucken PDF

Der Mensch braucht Ellenbogenfreiheit.
Auch Grübelix möchte sich ausbreiten können:
sei es im Kino, im Bus oder sonst irgendwo.

In der Fußgängerzone geht's schon los:
Grübelix hat nichts getrunken, ist völlig nüchtern,
aber er geht, als wäre er auf hoher See.
Kann man nicht mal drei Meter geradeaus gehen?

Grübelix hat alles ausprobiert:
stur bleiben und schnurstracks geradeaus.
Denkste: die anderen sind noch sturer.

Grübelix macht auf Eile: die Oma auch.
Selbst Kinder haben keinen Respekt vor Grübelix

Im Kino: nichts ist es mit der Ellenbogenfreiheit.
Vorsichtig versucht Grübelix
den Arm des Nachbarn wegzuschieben
mit dem Erfolg, daß der sich nur noch breiter macht.

Und dann im Bus: eine Art Notsitz.
Die Füße auf dem Radkasten,
die Aktentasche klemmt unter dem Kinn.

Eine vollschlanke Dame nähert sich.
Grübelix kriegt runde Augen.

Darf ich?
Sie darf.

Ist ja nicht für immer.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 24. Oktober 2011 um 16:35 Uhr
 

Über die Dummheit

E-Mail Drucken PDF

Manchmal gibt es Zeiten,
da sind die Dummen an der Macht.
Still sein müssen die Gescheiten,
weil man sie sonst nur verlacht.

So ist es.
Und die Dummen sind überall.

Dem einen gibt der Herrgott reichlich,
dem anderen nicht ganz so viel,
und manchmal wird er knauserig und grob:

"Was willst du dummer, kleiner Fratz?
Du kriegst gleich ein's vor deinen Latz!
Die große Kelle bleibt bei mir und jetzt:
marsch, marsch hinweg mit dir!"

Marsch, marsch hinweg mit dir!
Das würde Grübelix auch gern sagen können.
Sie nicht?

Es ist doch so:
die Dummen sitzen auf Posten und Ämtern,
auf denen sie nichts zu suchen haben.
Schauen Sie sich um.
Sie werden nicht lange suchen müssen.
Dumme finden Sie überall.

Richtig ärgerlich wird's ja erst, wenn sie
Entscheidungen fällen und Einfluß nehmen.
Wenn sie Aufgaben übernommen haben,
denen sie nicht gewachsen sind.

Grübelix seufzt:
wo Klugheit wär' am rechten Platz,
da hockt ein dummer Hosenmatz!

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 24. Oktober 2011 um 16:33 Uhr
 

Über Einkaufspassagen

E-Mail Drucken PDF

Es ist wie immer.
Grübelix hat keine Zeit.
Aber er muß da durch.

Und wie immer,
ist die Einkaufspassage voll mit Menschen.
Grübelix versucht, sich durchzuschlängeln.
Er wird angerempelt.
Von hinten, von vorn und von der Seite.
Dem kleinen Jungen mit dem Eis
entkommt er gerade noch.
Dafür erwischt ihn der Kinderwagen.

Und jetzt wird's ganz eng:
eine Gruppe Straßenmusiker.
Nichts gegen die Musik.
Nichts gegen die Musiker.
Aber hier?

Bisher lag Grübelix gut im Rennen.
Jetzt heißt es: schieben.
Wenn nur der Hintermann nicht wär'.
Grübelix spürt seinen Atem.
Ist ja gleich vorbei.

Kaum löst sich die Menschentraube auf,
schluckt Grübelix:
eine riesige Dogge schaut ihn freundlich an.
Grübelix bleibt mißtrauisch.
Nur nichts anmerken lassen!
Wir haben ja Zeit!

Grübelix hält nach Herrchen Ausschau.
Ah ja, der kleine Dicke.
Grübelix wird skeptisch: Was wäre...?
Der kleine Dicke und die große Dogge?
Ob die Dogge Gedanken lesen kann?
Sie schaut auf einmal anders.

Liebes Hundchen, braves Hundchen.
Alles hat seinen Preis!
Grübelix muß vorbei.

Nichts gegen kleine Jungen mit Eis,
nichts gegen Kinderwagen,
nichts gegen Straßenmusiker,
aber was zuviel ist, ist zuviel.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 24. Oktober 2011 um 16:34 Uhr